Was Du über den Facebook-Algorithmus wissen musst (Learnings und Beobachtungen)

Das Unternehmen Newswhip zeigt in einem Paper die wichtigsten Entwicklungen und Beobachtungen rund um Facebook auf. Der Report sollte für jeden Social Media-Worker Pflicht sein.

Kern-Learnings:

  • Kommentare sind seit der Newsfeed-Umstellung die wichtigsten Indikatoren für Meaningful Interactions.
  • How-To Videos funktionieren Bestens.
  • Facebook Watch (und Videos im Allgemeinen) wird eine größere Rolle einnehmen.
  • Emotionales Storytelling gewinnt.
  • Dark Social ist weiter auf dem Vormarsch.
  • Das Stories-Format wird bleiben und als natives Mobil-Format nicht mehr weggehen.

Gaming Stream-Dienst Twitch in China gesperrt

Der Gaming-Markt in China erfährt in den letzten Jahren einen massiven Boom. Nachdem sich Twitch nun aber in China einer zunehmenden Beliebtheit erfreut hat, ist die Streaming-Seite sowie die dazugehörige App in den Mobile Stores jetzt gesperrt.

Twitch hatte in den letzten Wochen seine Download-Zahlen im iOS App Store in China signifikant steigern können, nachdem die E-Sport Wettkämpfe der Asienspiele nicht im chinesischen Staatsfernsehen gezeigt wurden.

Twitch bestätigte die Sperrung, ließ eine Nennung von möglichen Gründen oder mögliche nächste Schritte offen.

Mit mehr als 2,2 Millionen monatlich aktiven Streamern und 15 Millionen täglich aktiven Nutzern ist die Amazon-Tochter Twitch eine der gefragtesten Streaming-Plattformen weltweit.

Twitch reiht sich damit in den exklusiven Club westlicher Social Media Netzwerke ein, die in China gesperrt sind – neben Facebook, Google oder YouTube auch seit Reddit seit einiger Zeit.

Chinas neues Unicorn: ByteDance über neuer Finanzierungsrunde mehr wert als Uber

Das chinesische ByteDance Technology, Betreiber der Nachrichten-Plattform Jinri Toutiao (Wikipedia), will in einer neuen Finanzierungsrunde, welche sich hauptsächlich an US-Investoren richtet, bis zu drei Milliarden US-Dollar aufbringen.

Würde ByteDance die Finanzierungsrunde zu diesen Konditionen beenden, würde es Uber sowie Didi Chuxing an Wert überholen und stünde bei einer Bewertung von 75 Milliarden US-$.

Die Toutiao-App nutzt künstliche Intelligenz, um Nutzern personalisierte Inhalte zu zeigen. Zu Bytedance, dessen Gründer Yiming Zhang ist, gehört auch die App Douyin, welche im Ausland als TikTok bekannt ist (ehemals Musical.ly; Suche: TikTok). TikTok erreicht 500 Millionen aktive Nutzer monatlich.

EU-Parlament beschließt Leistungsschutzrecht und softe Uploadfilter

Das Europaparlament hat sich bei der umstrittenen Reform des EU-Urheberschutzes auf eine gemeinsame Position geeinigt. Diese schließt die Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechtes sowie eines Upload-Filters ein.

Das Leistungsschutzrecht sieht vor, dass Plattformen wie Google News künftig nicht mehr ohne Weiteres Überschriften oder Ausschnitte von Pressetexten anzeigen dürfen, sondern hierfür eine Erlaubnis bzw (kostenpflichtige) Lizenz benötigen.

Auf die explizite Einführung von Upload-Filtern verzichtet der beschlossene Vorschlag zwar, sieht die Prüfungspflicht für Urheberrechte jedoch für große Unternehmen wie Facebook und YouTube auf Seiten der Plattform durch Filter-Software vor.
Damit wäre die Meme- und Remix-Kultur des Internets in Europa tot.

Die Beschlüsse werden nun mit der EU-Kommission und dem Rat der Mitgliedsländer evaluiert. Sie sollen noch vor den Europawahlen im Mai 2019 zu einem Gesetz werden.

In einer ersten Stellungnahme schreibt die Bitkom: „Mit seiner heutigen Entscheidung legt das Europäische Parlament dem digitalen Teil der Kreativwirtschaft Steine in den Weg. Die digitale Transformation der Branche wird eher ausgebremst als gefördert.

Betrieb von Facebook-Seiten nach Einschätzung deutscher Datenschutz-Experten aktuell illegal (PDF)

Im Juni beschloss der Europäische Gerichtshof die Mitverantwortung der Betreiber von Facebook-Seiten für die dortige Datenverarbeitung. Facebook versprach eine Lösung, blieb diese bisher jedoch schuldig.

Nun fordert die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) in Deutschland mit einem Beschluss vom 04.09. Facebook nochmals nachdrücklich auf, sich um das Thema DSGVO zu kümmern.

Die Experten schreiben: „Fanpage-Betreiberinnen und Betreiber müssen sich ihrer datenschutzrechtlichen Verantwortung stellen. Ohne Vereinbarung nach Art. 26 DSGVO ist der Betrieb einer Fanpage, wie sie derzeit von Facebook angeboten wird, rechtswidrig.“
Gleichzeitig stellt man acht Fragen, die Fanpage-Betreiber in diesem Rahmen beantworten müssten, ohne Facebook zuweilen aber garnicht beantworten können.

Die DSK hat keine Möglichkeit, gegen Fanpage-Betreiber vorzugehen. Doch die Experten machen deutlich, dass Fanpages nach europäischem Recht aktuell nicht DSGVO-konform betrieben werden können. Sie stellen direkte Fragen an Facebook, die das Netzwerk dringend beantworten muss, um seinen europäischen Partnern einen rechtsgültigen Betrieb ihrer Angebote zu ermöglichen.

Facebook hat am Dienstag, 11. September reagiert und kündigt an, rasch Abhilfe zu schaffen.

/via

Dokumentation ‚The Cleaners’ in der arte Mediathek

Auf den Philippinen arbeiten Zehntausende Content-Moderatoren, die Fake, Hass, Folter, und mehr sichten und löschen. Sie entscheiden, was Facebook für gut oder schlecht erachtet.

Die Dokumentation The Cleaners wirft einen intensiven Blick hinter die Kulissen von Facebooks digitalen Ausputzern.

Die Dokumentation gibt es bis 3. September kostenfrei in der arte Mediathek zu sehen. Am Dienstag, 28. August um 21:50 Uhr wird sie zudem auf arte linear ausgestrahlt.

IGTV: Der erste Flop von Instagram?

Bisher war Instagram mit allem, was man anpackte, erfolgreich. Doch taucht man einmal in IGTV ab, scheint die Gefahr groß, dass die neue App eine Geisterstadt wird. Seit dem Launch nimmt die Zahl der Neuinstallationen ab. Und Creators scheinen nicht recht zu wissen, wie sie die App nutzen sollen …

Casey Neistat bringt im Interview das Dilemma auf den Punkt: „Why create all of this unique content if it gets lower views, its not monetizable, and the viewers aren’t there?

/via

Trump wirft sozialen Medien Zensur konservativer Meinung vor; Twitter hält dagegen

US-Präsident hat sich auf Twitter über eine „Zensur rechter Meinung“ auf den sozialen Netzwerken beschwert.

Social Media diskriminiert republikanische/konservative Stimmen völlig. Laut und deutlich für die Trump Regierung gesprochen: wir werden das nicht zulassen. Sie schließen die Meinungen vieler Menschen auf der rechten Seite aus, während zur gleichen Zeit nichts gegen die anderen tun. Zensur ist eine sehr gefährliche Sache & absolut unmöglich zu überwachen. Wenn Sie Fake News ausmerzen wollen, gibt es nichts was so falsch wie CNN & MSNBC ist. Und dennoch bitte ich nicht darum, dass deren krankes Verhalten entfernt wird. Ich gewöhne mich daran und schaue mit Vorsicht oder gar nicht hin.

(1, 2)
Hintergrund für die Attacke Trumps dürfte sein, dass Facebook, YouTube, Apple und Spotify die InfoWars Kanäle des rechtspopulistischen Journalisten Alex Jones gelöscht hatten. Twitter war in die Kritik geraten, weil es Jones Account nicht auch gelöscht hatte, das Netzwerk belegte ihn zuletzt lediglich mit einer zeitlichen Sperre.

Und so ist es auch Twitter, das als erstes auf den Vorwurf von Trump reagierte. Twitter CEO Jack Dorsey sagte im Interview mit CNN: „Wir bewerten keine Inhalte, wir bewerten Verhalten„. Das kurze Interview ist auf Twitter.

Twitter begrenzt API: Tweetbot und Co. ab heute mit begrenztem Feature-Umfang

Durch eine (angekündigte) Änderung seiner API schränkt Twitter die Funktionsweisen von Dritt-Apps direkt ein. So können Apps künftig keine vollständigen Push-Benachrichtungen oder automatische Updates der Timeline mehr anbieten.
Nutzer könnten ab heute daher Änderungen in ihren (Dritt-)Apps feststellen.

Der Erfolg von Twitter beruht nicht zuletzt auf der Zugänglichkeit. Daher hatten vor wenigen Wochen die Entwickler der größten unabhängigen Twitter Apps (Talon, Tweetbot, Tweetings und Twitterrific) Twitter aufgerufen, die Beschränkungen nicht umzusetzen.

Für MacOS hatte Twitter die eigene App vor der Umstellung der API eingestellt.

Das ist die neue Facebook Authentifizierung für Admins von großen Seiten

Vor einigen Tagen kündigte Facebook an, dass Administratoren größerer Seiten mit erheblichem Anteil von US-Publikum sich authentifizieren müssen. Tatsächlich ist das Verfahren dafür ziemlich „schmerzfrei“ und wenig aufwendig.

Denn was Facebook eigentlich nur will, sind zwei Dinge:
Eine Zwei-Schritte-Authentifizierung (also eine Handy-Nummer), sowie
aktivierte Lokalisierungs-Dienste

Die folgenden zwei Screenshots entstammen meinem Profil (Editor einer größeren, globalen Seite). Laut Facebook geht es nur um Seiten mit großem US-Publikumsanteil. Die Frage, welche Konseqenz es hat, nicht aus den USA zu stammen, oder sich nicht zu authentifizieren, bleibt aktuell unbeantwortet.

Die Hilfeseite zum Thema gibt es hier.